Artikel

Highlight für die junge Jury

Nachdem die Jugendjury sich im Juni auf den diesjährigen Preisträger des Betty-Reis-Buchpreises geeinigt hatte, gab es Mitte September ein nächstes und sehr besonderes Treffen.

Autor Frank Maria Reifenberg liest aus „Wo die Freiheit wächst“.

Bei einem Tagesausflug ins Kölner NS-Dokumentationszentrum gab es ein besonderes Highlight für die junge Buchpreis-Jury:

Die Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule trafen auf den Autor und diesjährigen Preisträger Frank Maria Reifenberg. Dieser berichtete ausführlich über seine mehrjährige Recherche zum Buch „Wo die Freiheit wächst“, die u. a. auch im El- De-Haus, in dem sich das Dokumentationszentrum befindet und das von 1935 bis 1945 Sitz der Gestapo war, stattfand.

 

 

Als besondere Überraschung gab es noch eine kurze und exklusive Lesung für die Jugendlichen. Im Anschluss konnten sie Fragen stellen, auf die der Autor ausführlich einging. Zusätzlich hatte Frank Maria Reifenberg noch Zeitdokumente mitgebracht, bei denen Parallelen zur heutigen Zeit manchmal nicht zu übersehen waren. Die anschließende Führung durch das Haus, u.a. auch an Orte des Buches, war ebensfalls ein eindrucksvoller und einprägsamer Moment.

Gefängniszelle aus Gestapo-Zeiten

Mehr über den gemeinsamen Besuch in Köln gibt es auch auf der Webseite des Autors nachzulesen.

Die Preisverleihung des Betty-Reis-Buchpreises ist für den 10. Dezember in der Aula der Geschwister-Scholl-Schule geplant. Es werden Autor sowie die Schirmherrin Lamya Kaddor erwartet.

Artikel

Preisträger steht fest

Shortlist: Wo die Freiheit wächst, Staat X, I have a dream, Der Mantel, Amina

Anfang November 2019 trafen sie sich das erste Mal im Lesecafé der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, 12 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse, die Jury des ersten Betty-Reis-Buchpreises. Zunächst wählten die Jugendlichen aus 25 von den Verlagen eingereichten Titeln ihre Shortlist (siehe Foto). Diese fünf Titel, die der Jury freundlicherweise jeweils viermal zur Verfügung gestellt wurden, wanderten nun durch die Hände der Schülerinnen und Schüler.

Bis zur coronabedingten Schließung der Schulen traf man sich zudem regelmäßig im Lesecafé, um erste Eindrücke, Einschätzungen und Bücher auszutauschen. Im April und Mai blieben die Leserinnen und Leser weiterhin digital mit Stefanie Leo, die als Bloggerin und Mitglied der Betty-Reis-Gesellschaft die Jury-Arbeit begleitete, in Kontakt.

Preisträger des 1. Betty-Reis-Buchpreises: „Wo die Freiheit wächst“ von Frank Maria Reifenberg

Am 4. Juni fand nun die finale Jurysitzung fest. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Vorfeld für einen Titel entschieden, den sie dann gemeinsam der Gruppe vorstellten. Dabei beurteilten sie gestalterische und inhaltliche Punkte ebenso wie die für den Betty-Reis-Buchpreis wichtigen Themen interkulturelle oder interreligiöse Begegnung, Toleranz und Solidarität, Abbau von Ängsten und Feindbildern, Förderung von gemeinsamen Werten und ethischem Handeln, von denen eines oder gar mehrere im Werk überzeugend vermittelt werden sollen.

Nach zähem Ringen und dem Verkleinern der Auswahl auf drei Titel einigte man sich schließlich doch sehr eindeutig auf den Preisträger des 1. Betty-Reis-Buchpreises: Frank Maria Reifenberg mit „Wo die Freiheit wächst“ – Ein Briefroman zum Widerstand der Edelweißpiraten.

Zum Inhalt des Buches, das 2019 im Münchener Verlag arsEdition erschien:

Köln, 1942. Lene Meister ist 16 Jahre alt und Auszubildende in einem Friseursalon. Doch der Zweite Weltkrieg raubt ihr viel von dem, was sich ein Mädchen in ihrem Alter erträumt. Ihre Heimatstadt wird seit einem Jahr regelmäßig von Bombenangriffen erschüttert. Lene lässt sich aber nicht unterkriegen und versucht tapfer, die Familie zusammenzuhalten. Mit jeder neuen Todesnachricht von der Front und mit dem allmählichen Verschwinden ihrer jüdischen Freunde beginnt sie mehr am NS-Regime zu zweifeln.

In dieser Zeit zwischen Furcht, Verzweiflung und Hoffnung lernt sie Erich kennen und verliebt sich. Bald entdeckt Lene, dass Erich ein gefährliches Spiel spielt. Er gehört zu den Jugendlichen, die nicht in Reih und Glied marschieren wollen: zu den Edelweißpiraten. Sie tragen keine Uniformen und singen ihre eigenen Lieder. Sie beschmieren die Wände mit Anti-Nazi-Parolen und teilen regimekritische Flugblätter aus. Und das alles ist der Gestapo ein großer Dorn im Auge.

Die junge Jury und die Betty-Reis-Gesellschaft freuen sich, den Kölner Autor im Spätherbst zur Preisverleihung in Solingen begrüßen zu dürfen. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

 

Artikel

Vorsitzende bestätigt

Betty Reis. Foto: Atelier Güldenring / Besitz: Bella Taback

Sowohl Olaf Link als erster Vorsitzender wie auch Elke Mosebach-Garbade als sein Stellvertreterin wurden am 19.11.2019 bei der ordentlichen Mitgliederversammlung in ihrem Amt bestätigt. Neu wurde Erwin Riedel als Kassenwart gewählt.

Olaf Link berichtete von den verschiedenen Aktivitäten der Betty-Reis-Gesellschaft während der Gründungsphase. Stefanie Leo gab einen Einblick in den Start der Jury-Arbeit mit Schüler*innen der 9. Jahrgangsstufe der Geschwister-Scholl-Schule, die sich seit kurzem regelmäßig zu einem Lesecafé mit der Bloggerin treffen. Als nächstes müssen die Jugendlichen unter den 24 Einsendungen der Verlage eine Vorauswahl treffen, aus der dann Anfang des kommenden Jahres der oder die Gewinnerin des ersten Betty-Reis-Buchpreises ermittelt wird.

Daniela Tobias erzählte von einem Besuch bei Bella Taback Altura in den USA, deren Kindermädchen Betty Reis war. Die inzwischen 88-jährige erlebte die Pogromnacht in Solingen und ist überzeugt, dass Betty ihr damals das Leben gerettet habe. Aus Bellas Fotoalbum stammt ein neues Foto von Betty.

Schüler*innen im Lesecafé. Foto: Stefanie Leo

Artikel

Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2019

Unsere diesjährige Mitgliederversammlung findet statt am

Dienstag, 19. November 2019 um 19.30 Uhr
im Forum der Geschwister-Scholl-Schule,
Städtische Gesamtschule Ohligs,
Querstraße 42, 42699 Solingen.

Auf der Tagesordnung stehen folgende Themen:

1. Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden
2. Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlussfähigkeit der Mitgliederversammlung
3. Entgegennahme des Rechenschaftsberichts, Aussprache über diesen, Genehmigung des Rechenschaftsberichts und Entlastung des Vorstandes
4. Neuwahl des Vorstands
5. Wahl eines Kassenprüfers / einer Kassenprüferin
6. Ausblick
7. Verschiedenes

Anträge auf Ergänzungen der Tagesordnung sollten bis spätestens eine Woche vor der Versammlung schriftlich beim Vorstand eingereicht werden.

Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten.

Mit freundlichen Grüßen,
für den Vorstand,

Olaf Link

Artikel

Schirmherrin Lamya Kaddor zu Gast in Solingen

Ein bunt gemischtes Publikum von etwa 100 Schüler*innen und Erwachsenen wartete am Donnerstag Abend in der Aula der Geschwister-Scholl-Schule gespannt auf die Autorin Lamya Kaddor. Die Schirmherrin des zukünftigen Betty-Reis-Buchpreises las aus ihrer Biographie „Die Sache mit der Bratwurst“. Mit viel Humor, aber durchaus ernsthaft, brachte sie dem Publikum anhand kleiner Anekdoten näher, was es bedeutete als Kind syrischer Eltern in Deutschland aufzuwachsen, sich als „anders“ wahrzunehmen und von der Schule zum Sonderfall erklärt zu werden, obwohl man sich selber als völlig normal empfindet. Aus dem „Ausländerkind“, das man aus Unkenntnis in den 1980er Jahren einfach in den Türkisch-Unterricht gesetzt hatte, wurde eine Islamwissenschaftlerin, die als Religionspädagogin an einer Dinslakener Schule unterrichtete.  „Wenn ich gefragt werde, wie schaffen Sie das so zwischen den Welten zu wechseln, dann weiß ich eigentlich nicht, was diese Leute meinen. Für mich ist das alles eine Welt und das ist gut so.“

[Weiterlesen]

Artikel

Lesung mit Lamya Kaddor

Der Schulverein der Geschwister-Scholl-Schule e.V. und die Betty-Reis-Gesellschaft laden zu einer Begegnung mit der Schirmherrin des zukünftigen Betty-Reis-Buchpreises ein. Lamya Kaddor, die als Kind mit ihren Eltern aus Syrien nach Deutschland kam, liest aus ihrer humorvollen Biographie „Die Sache mit der Bratwurst“. Über eine anschließende Podiumsdiskussion möchten wir auch mit dem Publikum ins Gespräch kommen und fragen, wie Bücher Welten öffnen und Kinder und Jugendliche bei ihrer Identitätsfindung unterstützen und bereichern. [Weiterlesen]

Artikel

Gedenkstunde für Betty Reis

Die Geschwister-Scholl-Schule hat der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung in der Stadtkirche Ohligs stand Betty Reis, die 1938 die Pogromnacht in Solingen erlebte und 1944 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet wurde. Olaf Link von der Solinger Betty-Reis-Gesellschaft berichtete von der Arbeit der 2017 gegründeten Gesellschaft. Ebenfalls dabei waren Vertreter aus Betty Reis’ Heimatstadt Wassenberg, darunter Schüler der dortigen Betty-Reis-Gesamtschule.

Beim Weiße-Rose-Tag am 22. Februar werden sich Schüler der „Scholle“ damit beschäftigen, wie man gegen Rassismus und Ausgrenzung, für Toleranz und Zivilcourage auftreten könne, teilte Lehrer Patrick Kiesecker mit.

 

Artikel

„Es lebe die Freiheit!“

Hans Scholl, Bodendenkmal vor der LMU München. Foto: Daniela Tobias

„Es lebe die Freiheit!“ Das war der letzte Ausruf von Hans Scholl vor seiner Hinrichtung. Er zeigt eindrucksvoll die Macht der Worte, die weiterleben und trotz allem ihre Freiheit behaupten. 100 Jahre alt wäre der damalige Medizinstudent am 22. September 2018 geworden. Er, seine Schwester und seine Mitstreiter von der Weißen Rose, die – sicher nicht furchtlos, aber mutig – Widerstand gegen die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus leisteten und dafür mit ihrem Leben zahlten, werden heute oft zitiert. Leider auch von solchen Kräften, die sich als verfolgter Widerstand gerieren, aber nichts anderes als einen Umsturz der parlamentarischen Demokratie im Sinn haben, die sie als schwach verachten.

Bücher, die mit Worten eindringlich, eindeutig und emphatisch für Menschlichkeit werben, die Begriffe wie Frieden, Freiheit und Toleranz in lebendige Geschichten verwandeln, die Mut machen und in das eigene Leben hineinwachsen, Kindern und Jugendlichen das Rüstzeug für die Herausforderungen des Lebens mitgeben, solche Bücher hat die Betty-Reis-Gesellschaft jetzt zusammen mit dem Schulverein der Geschwister-Scholl-Schule gespendet. [Weiterlesen]

Artikel

Bücher für die Menschlichkeit

Zum 100. Geburtstag von Hans Scholl werden der Schulverein der Geschwister-Scholl-Schule e.V. und die Betty-Reis-Gesellschaft Bücher für Kinder und Jugendliche im Wert von 1000 Euro spenden, die das Verständnis für Frieden, Freiheit und Toleranz fördern. Sie werden bis November in der Stadtbibliothek ausgestellt und dann von den Schulvereinen der Grundschule Bogenstraße und der Geschwister-Scholl-Schule in den dortigen Schulbibliotheken zur pädagogischen Arbeit genutzt.

Damit stellt sich die Betty-Reis-Gesellschaft der Öffentlichkeit vor. Die Auswahl der gespendeten Bücher soll zeigen, welche Ziele mit dem zukünftigen Betty-Reis-Buchpreis verfolgt werden. Als Beispiel wird der Autor Rüdiger Bertram aus seinem Jugendroman „Der Pfad“ lesen. [Weiterlesen]