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Die Bücher-Checker haben entschieden

Unter erschwerten Bedingungen, aber nicht weniger begeistert, trafen sich die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Bogenstraße im Februar 2021 das erste Mal zur Jury-Sitzung, um die zweite Preisträgerin (es waren tatsächlich nur Autorinnen auf der Shortlist) des Betty-Reis-Buchpreises zu ermitteln. Schnell fanden die Drittklässler auch einen Namen für ihre Lese-AG: Die Bücher-Checker. Und das taten die Kinder dann auch: die fünf Bücher der Shortlist lesen und auf Herz und Nieren prüfen.

Die Kinder der Bücher-Checker-AG

Dazu trafen sich die Jungen und Mädchen jeden Dienstagnachmittag online mit Lehrer Marius Bruch und Stefanie Leo von der Betty-Reis-Gesellschaft. Die Kinder erzählten begeistert von den Büchern, in welchem Kapitel sie gerade steckten, lasen sich gegenseitig vor und entwarfen sogar einen eigenen Bewertungsbogen.

Ende Juni fand dann in Präsenz die finale Abstimmung zum Siegertitel statt:

Unsere Bücher-Checker AG des 3. Jahrgangs hat während des Schuljahres fleißig Bücher zum Thema Toleranz und Miteinander gelesen. In Kooperation mit der Betty-Reis-Gesellschaft haben wir dann in der letzten Woche vor den Ferien gemeinsam das Gewinnerbuch „Jella hat genug“ ausgezeichnet. Den Kindern hat besonders gefallen, dass es um ein starkes Mädchen geht, das gemeinsam mit ihren Freunden für eine saubere Erde kämpft.

Der Siegertitel: „Jella hat genug“ von Dagmar Hoßfeld, illustriert von Daniela Kohl

Zum Inhalt des Buches, das 2020 im Hamburger Carlsen Verlag erschien:

Jella Blume reicht’s: Sie möchte nicht in einer Welt groß werden, die immer mehr kaputt gemacht wird. Sie hat genug davon! Deshalb beschließt sie, etwas zu unternehmen. Sie kämpft gegen illegale Müllentsorgung und stellt sich mit einem Protestschild vor das Rathaus. Doch dann wirbelt ein Umzug aufs Land ihr Leben gehörig durcheinander. Sie findet schnell neue Freunde, aber ob sie wirklich alles schaffen kann, was sie sich vorgenommen hat? Sie will es unbedingt versuchen. Wer soll den Planeten denn sonst retten? Jella erkennt: „Wir sind nicht zu klein, um einen Unterschied zu machen. Wir sind viele!“

Die Bücher-Checker und die Betty-Reis-Gesellschaft freuen sich schon jetzt auf die im November stattfindende Preisverleihung, an der die diesjährige Preisträgerin Dagmar Hoßfeld genauso geehrt werden soll wie der Gewinner von 2020, Frank Maria Reifenberg, dessen Ehrung wegen der Pandemie im letzten Jahr leider nicht stattfinden konnte. Wir hoffen, mit beiden einen gemeinsamen Termin zu finden, den wir hier bekannt geben werden.

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Video-Clip über den Betty-Reis-Buchpreis

Da wir coronabedingt im letzten Jahr nicht wie geplant die Preisverleihung des ersten Betty-Reis-Buchpreises durchführen konnten, haben wir stattdessen einen kurzen Imagefilm über den Buchpreis gedreht, in dem das Anliegen und die Arbeit der Betty-Reis-Gesellschaft und der Buchpreis-Juries aus Kinder und Jugendlichen der Grundschule Bogenstraße und der Geschwister-Scholl-Schule vorgestellt werden.

Der Clip wurde von Roman Holtwick umgesetzt und aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ gefördert.

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Highlight für die junge Jury

Nachdem die Jugendjury sich im Juni auf den diesjährigen Preisträger des Betty-Reis-Buchpreises geeinigt hatte, gab es Mitte September ein nächstes und sehr besonderes Treffen.

Autor Frank Maria Reifenberg liest aus „Wo die Freiheit wächst“.

Bei einem Tagesausflug ins Kölner NS-Dokumentationszentrum gab es ein besonderes Highlight für die junge Buchpreis-Jury:

Die Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule trafen auf den Autor und diesjährigen Preisträger Frank Maria Reifenberg. Dieser berichtete ausführlich über seine mehrjährige Recherche zum Buch „Wo die Freiheit wächst“, die u. a. auch im El- De-Haus, in dem sich das Dokumentationszentrum befindet und das von 1935 bis 1945 Sitz der Gestapo war, stattfand.

Als besondere Überraschung gab es noch eine kurze und exklusive Lesung für die Jugendlichen. Im Anschluss konnten sie Fragen stellen, auf die der Autor ausführlich einging. Zusätzlich hatte Frank Maria Reifenberg noch Zeitdokumente mitgebracht, bei denen Parallelen zur heutigen Zeit manchmal nicht zu übersehen waren. Die anschließende Führung durch das Haus, u.a. auch an Orte des Buches, war ebensfalls ein eindrucksvoller und einprägsamer Moment.

Gefängniszelle aus Gestapo-Zeiten

Mehr über den gemeinsamen Besuch in Köln gibt es auch auf der Webseite des Autors nachzulesen.

Die Preisverleihung des Betty-Reis-Buchpreises ist für den 10. Dezember in der Aula der Geschwister-Scholl-Schule geplant. Es werden Autor sowie die Schirmherrin Lamya Kaddor erwartet.

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Preisträger steht fest

Shortlist: Wo die Freiheit wächst, Staat X, I have a dream, Der Mantel, Amina

Anfang November 2019 trafen sie sich das erste Mal im Lesecafé der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, 12 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse, die Jury des ersten Betty-Reis-Buchpreises. Zunächst wählten die Jugendlichen aus 25 von den Verlagen eingereichten Titeln ihre Shortlist (siehe Foto). Diese fünf Titel, die der Jury freundlicherweise jeweils viermal zur Verfügung gestellt wurden, wanderten nun durch die Hände der Schülerinnen und Schüler.

Bis zur coronabedingten Schließung der Schulen traf man sich zudem regelmäßig im Lesecafé, um erste Eindrücke, Einschätzungen und Bücher auszutauschen. Im April und Mai blieben die Leserinnen und Leser weiterhin digital mit Stefanie Leo, die als Bloggerin und Mitglied der Betty-Reis-Gesellschaft die Jury-Arbeit begleitete, in Kontakt.

Preisträger des 1. Betty-Reis-Buchpreises: „Wo die Freiheit wächst“ von Frank Maria Reifenberg

Am 4. Juni fand nun die finale Jurysitzung fest. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Vorfeld für einen Titel entschieden, den sie dann gemeinsam der Gruppe vorstellten. Dabei beurteilten sie gestalterische und inhaltliche Punkte ebenso wie die für den Betty-Reis-Buchpreis wichtigen Themen interkulturelle oder interreligiöse Begegnung, Toleranz und Solidarität, Abbau von Ängsten und Feindbildern, Förderung von gemeinsamen Werten und ethischem Handeln, von denen eines oder gar mehrere im Werk überzeugend vermittelt werden sollen.

Nach zähem Ringen und dem Verkleinern der Auswahl auf drei Titel einigte man sich schließlich doch sehr eindeutig auf den Preisträger des 1. Betty-Reis-Buchpreises: Frank Maria Reifenberg mit „Wo die Freiheit wächst“ – Ein Briefroman zum Widerstand der Edelweißpiraten.

Zum Inhalt des Buches, das 2019 im Münchener Verlag arsEdition erschien:

Köln, 1942. Lene Meister ist 16 Jahre alt und Auszubildende in einem Friseursalon. Doch der Zweite Weltkrieg raubt ihr viel von dem, was sich ein Mädchen in ihrem Alter erträumt. Ihre Heimatstadt wird seit einem Jahr regelmäßig von Bombenangriffen erschüttert. Lene lässt sich aber nicht unterkriegen und versucht tapfer, die Familie zusammenzuhalten. Mit jeder neuen Todesnachricht von der Front und mit dem allmählichen Verschwinden ihrer jüdischen Freunde beginnt sie mehr am NS-Regime zu zweifeln.

In dieser Zeit zwischen Furcht, Verzweiflung und Hoffnung lernt sie Erich kennen und verliebt sich. Bald entdeckt Lene, dass Erich ein gefährliches Spiel spielt. Er gehört zu den Jugendlichen, die nicht in Reih und Glied marschieren wollen: zu den Edelweißpiraten. Sie tragen keine Uniformen und singen ihre eigenen Lieder. Sie beschmieren die Wände mit Anti-Nazi-Parolen und teilen regimekritische Flugblätter aus. Und das alles ist der Gestapo ein großer Dorn im Auge.

Die junge Jury und die Betty-Reis-Gesellschaft freuen sich, den Kölner Autor im Spätherbst zur Preisverleihung in Solingen begrüßen zu dürfen. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

 

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Vorsitzende bestätigt

Betty Reis. Foto: Atelier Güldenring / Besitz: Bella Taback

Sowohl Olaf Link als erster Vorsitzender wie auch Elke Mosebach-Garbade als sein Stellvertreterin wurden am 19.11.2019 bei der ordentlichen Mitgliederversammlung in ihrem Amt bestätigt. Neu wurde Erwin Riedel als Kassenwart gewählt.

Olaf Link berichtete von den verschiedenen Aktivitäten der Betty-Reis-Gesellschaft während der Gründungsphase. Stefanie Leo gab einen Einblick in den Start der Jury-Arbeit mit Schüler*innen der 9. Jahrgangsstufe der Geschwister-Scholl-Schule, die sich seit kurzem regelmäßig zu einem Lesecafé mit der Bloggerin treffen. Als nächstes müssen die Jugendlichen unter den 24 Einsendungen der Verlage eine Vorauswahl treffen, aus der dann Anfang des kommenden Jahres der oder die Gewinnerin des ersten Betty-Reis-Buchpreises ermittelt wird.

Daniela Tobias erzählte von einem Besuch bei Bella Taback Altura in den USA, deren Kindermädchen Betty Reis war. Die inzwischen 88-jährige erlebte die Pogromnacht in Solingen und ist überzeugt, dass Betty ihr damals das Leben gerettet habe. Aus Bellas Fotoalbum stammt ein neues Foto von Betty.

Schüler*innen im Lesecafé. Foto: Stefanie Leo

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Schirmherrin Lamya Kaddor zu Gast in Solingen

Ein bunt gemischtes Publikum von etwa 100 Schüler*innen und Erwachsenen wartete am Donnerstag Abend in der Aula der Geschwister-Scholl-Schule gespannt auf die Autorin Lamya Kaddor. Die Schirmherrin des zukünftigen Betty-Reis-Buchpreises las aus ihrer Biographie „Die Sache mit der Bratwurst“. Mit viel Humor, aber durchaus ernsthaft, brachte sie dem Publikum anhand kleiner Anekdoten näher, was es bedeutete als Kind syrischer Eltern in Deutschland aufzuwachsen, sich als „anders“ wahrzunehmen und von der Schule zum Sonderfall erklärt zu werden, obwohl man sich selber als völlig normal empfindet. Aus dem „Ausländerkind“, das man aus Unkenntnis in den 1980er Jahren einfach in den Türkisch-Unterricht gesetzt hatte, wurde eine Islamwissenschaftlerin, die als Religionspädagogin an einer Dinslakener Schule unterrichtete.  „Wenn ich gefragt werde, wie schaffen Sie das so zwischen den Welten zu wechseln, dann weiß ich eigentlich nicht, was diese Leute meinen. Für mich ist das alles eine Welt und das ist gut so.“

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Gedenkstunde für Betty Reis

Die Geschwister-Scholl-Schule hat der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung in der Stadtkirche Ohligs stand Betty Reis, die 1938 die Pogromnacht in Solingen erlebte und 1944 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet wurde. Olaf Link von der Solinger Betty-Reis-Gesellschaft berichtete von der Arbeit der 2017 gegründeten Gesellschaft. Ebenfalls dabei waren Vertreter aus Betty Reis’ Heimatstadt Wassenberg, darunter Schüler der dortigen Betty-Reis-Gesamtschule.

Beim Weiße-Rose-Tag am 22. Februar werden sich Schüler der „Scholle“ damit beschäftigen, wie man gegen Rassismus und Ausgrenzung, für Toleranz und Zivilcourage auftreten könne, teilte Lehrer Patrick Kiesecker mit.

 

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„Es lebe die Freiheit!“

Hans Scholl, Bodendenkmal vor der LMU München. Foto: Daniela Tobias

„Es lebe die Freiheit!“ Das war der letzte Ausruf von Hans Scholl vor seiner Hinrichtung. Er zeigt eindrucksvoll die Macht der Worte, die weiterleben und trotz allem ihre Freiheit behaupten. 100 Jahre alt wäre der damalige Medizinstudent am 22. September 2018 geworden. Er, seine Schwester und seine Mitstreiter von der Weißen Rose, die – sicher nicht furchtlos, aber mutig – Widerstand gegen die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus leisteten und dafür mit ihrem Leben zahlten, werden heute oft zitiert. Leider auch von solchen Kräften, die sich als verfolgter Widerstand gerieren, aber nichts anderes als einen Umsturz der parlamentarischen Demokratie im Sinn haben, die sie als schwach verachten.

Bücher, die mit Worten eindringlich, eindeutig und emphatisch für Menschlichkeit werben, die Begriffe wie Frieden, Freiheit und Toleranz in lebendige Geschichten verwandeln, die Mut machen und in das eigene Leben hineinwachsen, Kindern und Jugendlichen das Rüstzeug für die Herausforderungen des Lebens mitgeben, solche Bücher hat die Betty-Reis-Gesellschaft jetzt zusammen mit dem Schulverein der Geschwister-Scholl-Schule gespendet. [Weiterlesen]

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Besuch aus Wassenberg in Solingen

Empfang durch die Schulleiterin.

Nachdem Vertreter der Betty-Reis-Gesellschaft im November 2017 die Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg besucht hatten, fand am 8. Juni 2018 der Gegenbesuch in Solingen statt. Dr. Ludger Hermann, didaktischer Leiter der Schule und Theresa Buyel, die dort den Prozess zur Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“ begleitet hatte, sowie Sepp Becker und Dr. Wolfgang Feix vom Heimatverein Wassenberg wurden am Vormittag von Schulleiterin Elke Mosebach-Garbade an der Geschwister-Scholl-Schule begrüßt. [Weiterlesen]

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Erster Besuch in Wassenberg

Am 16. November 2017 waren Elke Mosebach-Garbade, Juliane Hilbricht, Patrick Kiesecker und Olaf Link in Wassenberg, dem Geburtsort von Betty Reis, wo wir von einer Vertretung der Betty-Reis-Gesamtschule sowie des örtlichen Heimatvereins sehr herzlich begrüßt worden sind.

Auf dem Jüdischen Friedhof Wassenberg. Foto: Elke Mosebach-Garbade

Nach einem ersten Kennenlernen führte uns Herr Sepp Becker, der Vorsitzende des Heimatvereins, durch die im Kreis Heinsberg, unweit der Grenze zu den Niederlanden gelegene Stadt, natürlich auf den Spuren von Betty Reis.

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